Warum ich glaube, dass ClassicPress mehr kann – und warum ich etwas daran ändern will

Warum ich glaube, dass ClassicPress mehr kann – und warum ich etwas daran ändern will

Ich bin seit Jahren ClassicPress-Fan.

Und ja, ich weiß, das klingt erstmal nach einer ziemlich nerdigen Aussage. 😄

Aber ich bin nicht bei ClassicPress gelandet, weil ich unbedingt „WordPress ohne Gutenberg“ haben wollte.

Ich wollte irgendwann einfach wieder ein CMS, bei dem ich das Gefühl habe:

Das Ding gehört mir.

Ich installiere es auf meinem Server, ich bestimme, was darauf läuft, ich kann es erweitern und ich muss nicht jeden neuen Trend mitmachen, nur weil er gerade modern ist.

Und genau deshalb bin ich ClassicPress bis heute treu geblieben.

Trotzdem muss ich irgendwann ehrlich sein

So sehr ich ClassicPress mag:

Ich glaube, das Projekt krankt.

Nicht unbedingt am Code.

Nicht unbedingt an den Menschen dahinter.

Sondern an der Frage, wo ClassicPress eigentlich hinwill.

Wenn ClassicPress immer nur als „WordPress ohne Gutenberg“ wahrgenommen wird, bleibt es meiner Meinung nach in einer ziemlich ungünstigen Position.

Denn dann dreht sich alles weiterhin um WordPress.

Was WordPress macht.

Was WordPress einführt.

Was ClassicPress davon übernimmt.

Was ClassicPress davon nicht übernimmt.

Aber ClassicPress könnte doch viel mehr sein als eine Abspaltung mit weniger Funktionen.

Ich würde mir wünschen, dass ClassicPress irgendwann selbstbewusst sagen kann:

Wir sind ein modernes CMS für Menschen, die Kontrolle, Freiheit, Datenschutz und einen schlanken technischen Unterbau wollen.

Das ist für mich die eigentliche Chance.

Gerade hier in Deutschland

Und genau hier sehe ich eine riesige Lücke.

ClassicPress ist international aufgestellt, aber im deutschsprachigen Raum ist davon meiner Meinung nach viel zu wenig zu sehen.

Dabei hätten Deutschland, Österreich und die Schweiz eigentlich ziemlich gute Voraussetzungen für so ein Projekt.

Datenschutz.

Selbsthosting.

Kontrolle über die eigenen Daten.

Unabhängigkeit von irgendwelchen Cloud-Diensten.

Das sind für viele Unternehmen, Vereine, Selbstständige und auch Privatleute echte Themen.

Warum also nicht viel offensiver sagen:

Deine Website. Dein Server. Deine Daten.

Für mich ist das keine rückwärtsgewandte Einstellung.

Im Gegenteil.

Ich halte digitale Selbstbestimmung gerade heute für wichtiger denn je.

Aber ein CMS braucht mehr als einen guten Core

Das ist der nächste Punkt.

Ein CMS lebt von seinem Ökosystem.

Plugins.

Themes.

Entwickler.

Agenturen.

Hoster.

Dokumentation.

Support.

Und natürlich Nutzer.

Wenn ich heute jemanden für ClassicPress begeistern möchte und die erste Frage lautet:

„Gibt es dafür ein Plugin, mit dem ich X machen kann?“

…dann möchte ich nicht ständig antworten:

„Ähm … vielleicht. Oder du programmierst es selbst.“ 😅

ClassicPress braucht mehr Leute, die tatsächlich etwas dafür bauen.

Und es braucht vor allem ein paar Zugpferde.

Entwickler und Agenturen, die sagen:

Ja, wir bauen damit echte Projekte.

Nicht nur irgendeine Testinstallation.

Sondern Kundenwebsites.

Shops.

Portale.

Communities.

Geschäftliche Projekte.

Denn genau dadurch entsteht Vertrauen.

Und hier kommt PSOURCE ins Spiel

Ich kann ClassicPress nicht im Alleingang retten.

Das wäre ziemlich größenwahnsinnig. 😂

Aber ich kann meinen Teil beitragen.

Und genau deshalb gibt es PSOURCE.

PSOURCE ist für mich inzwischen mehr als einfach eine Sammlung von Plugins.

Ich möchte versuchen, rund um ClassicPress ein eigenes kleines Ökosystem aufzubauen.

Plugins modernisieren.

Alte Projekte wieder zum Leben erwecken.

Veralteten Code rauswerfen.

PHP 8.x sauber unterstützen.

Alte jQuery-Abhängigkeiten loswerden, wo sie nicht mehr nötig sind.

Moderne Oberflächen bauen.

Neue Plugins entwickeln.

Und vor allem: Dinge bauen, die ich selbst auch benutzen würde.

Aber hier kommt mein persönlicher Spagat

PSOURCE ist nämlich nicht ausschließlich ClassicPress.

Meine Plugins sollen weiterhin auch unter WordPress funktionieren.

Und das ist mir wichtig.

Ich möchte nicht plötzlich sagen:

„WordPress ist böse, ab heute gibt es alles nur noch für ClassicPress.“

Das wäre Quatsch.

WordPress ist nach wie vor das größte CMS der Welt und Millionen Menschen benutzen es.

Warum sollte ich diese Nutzer ausschließen?

Wenn mein Plugin unter WordPress funktioniert, soll es dort funktionieren.

Genauso wie unter ClassicPress.

PSOURCE ist für mich die Brücke zwischen beiden Welten.

Ich kann weiterhin WordPress-Nutzer erreichen und ihnen moderne, gepflegte Open-Source-Plugins anbieten.

Gleichzeitig kann ich ClassicPress unterstützen und dort etwas aufbauen, was momentan noch fehlt: ein eigenes, lebendiges Ökosystem.

Das ist manchmal ein ziemlich interessanter Spagat.

Aber genau den möchte ich bewusst machen.

Ich möchte nicht gegen WordPress kämpfen

Das ist mir ebenfalls wichtig.

Ich habe überhaupt kein Interesse daran, einen Krieg „WordPress gegen ClassicPress“ zu führen.

WordPress hat seinen Weg eingeschlagen.

ClassicPress kann seinen eigenen Weg gehen.

Und PSOURCE kann auf beiden Seiten funktionieren.

Für mich bedeutet Open Source nicht:

„Du musst meine Plattform benutzen.“

Sondern:

„Hier ist Software. Mach damit etwas.“

Wenn jemand WordPress nutzen möchte – bitte.

Wenn jemand ClassicPress nutzen möchte – umso besser.

Und wenn jemand irgendwann von WordPress zu ClassicPress wechseln möchte, möchte ich mit meinen Plugins möglichst wenig Hürden aufbauen.

Aber ClassicPress braucht trotzdem eine eigene Identität

Genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt.

Ich möchte nicht, dass ClassicPress dauerhaft nur als

„das WordPress ohne Gutenberg“

bekannt ist.

Denn damit verkauft man die Idee meiner Meinung nach unter Wert.

ClassicPress könnte für etwas ganz anderes stehen:

Ein modernes, schlankes, unabhängiges CMS.

Ohne Zwang.

Ohne unnötigen Bloat.

Ohne dass jede neue Technologie automatisch Bestandteil des Systems werden muss.

Mit Open Source.

Mit Selbsthosting.

Mit Datenschutz.

Und mit einem Ökosystem, das von Entwicklern und Nutzern getragen wird.

Und genau da möchte ich ansetzen

Ich möchte versuchen, in Deutschland und langfristig im deutschsprachigen Raum eine Lücke zu schließen.

Nicht weil ich glaube, dass ich der große Retter von ClassicPress bin.

Sondern weil ich ClassicPress mag.

Und weil ich ehrlich gesagt keine Lust habe, dabei zuzusehen, wie eine gute Idee langsam vor sich hin dümpelt.

Also baue ich.

Ich modernisiere.

Ich teste.

Ich fluche gelegentlich über uralten Code. 😄

Und ich veröffentliche das Ganze unter PSOURCE als Open Source.

Vielleicht wird daraus irgendwann tatsächlich eine kleine ClassicPress-Ökonomie.

Vielleicht bleibt PSOURCE einfach eine Sammlung guter Plugins.

Vielleicht entwickelt sich daraus etwas völlig anderes.

Aber ich möchte zumindest versuchen, etwas anzustoßen.

Und dabei muss ich mich nicht zwischen WordPress und ClassicPress entscheiden.

PSOURCE kann beides.

WordPress unterstützen.

ClassicPress stärken.

Und vielleicht genau dadurch eine kleine Brücke zwischen den beiden Welten bauen.

Denn am Ende geht es mir gar nicht darum, welches Logo auf der Login-Seite steht.

Es geht darum, dass wir weiterhin Websites bauen können, die uns gehören.

Open Source. Selbstbestimmt. Ohne unnötigen Ballast.

Und ich glaube, dafür ist noch verdammt viel Platz.

PSOURCE ist mein Versuch, diesen Platz ein Stück weit auszufüllen.

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